Canva ist ein Tool, um verschiedene Projekte – vom gedruckten Flyer bis hin zum Instagram-Banner – grafisch umzusetzen. Ursprünglich nutzte ich das Tool für Social Media Content, aber da sowohl das Format als auch sämtliche Inhalte selbst festgelegt werden können, sind der Anwendung keine Grenzen gesetzt.  Meine Bewerbung damit umzusetzen kam mir bis dahin nicht in den Sinn, doch dann trug es sich zu, dass ich unterwegs war und von einer Stellenausschreibung erfuhr, deren Deadline allerdings am selben Tag auslief – und ich hatte natürlich nichts dabei. Also habe ich auf die schnelle eine Bewerbung in Canva gezaubert und seitdem ist es das Tool meiner Wahl.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Dir stehen eine Vielzahl an Rahmen, Bildern, Elementen etc. zur Verfügung und du kannst darüberhinaus auch deine eigenen Bilder und Grafiken hochladen und verwenden
  • Es gibt eine Menge Design-Vorlagen, die du als Inspiration verwenden kannst. Entweder du passt diese einfach an deine Vorstellungen an oder du kopierst dir dort einzelne Elemente heraus. Vorsicht allerdings, wenn ihr in einer Canva-Vorlage weiterarbeiten wollt, denn A4 ist dort das amerikanische Format mit anderen Maßen. Kopiert euch die gesamte Vorlage in ein neues Dokument mit den richtigen Maßen (EU DIN A4).
  • Die Oberfläche ist so intuitiv nutzbar, dass du sofort loslegen kannst. Einfügen, platzieren, Textfeld hinzufügen, einrahmen, … – nichts leichter als das.
  • Für jede weitere Bewerbung könnt ihr euer Dokument einfach kopieren und dann an die nächste Stellenausschreibung anpassen
  • Die Grundfunktionen von Canva sowie eine große Auswahl an Elementen sind kostenlos.

 

Das Tool hat also riesige Pluspunkte, leider auch ein paar Nebenwirkungen:

  • Es gibt keinen Blocksatz. Wer ohne ihn nicht leben kann … der muss etwas anderes nutzen. Ich persönlich mag Blocksatz lieber, allerdings nur, wenn er gut umgesetzt ist, denn nichts ist schlimmer als riesige oder sehr unregelmäßige Wortzwischenräume. Ich habe das linksbündige Format in diesem Fall toleriert, weil es sowieso umstritten ist, was sich bei einer Bewerbung besser eignet. Einige sagen, dass Blocksatz cleaner aussieht (sofern die Zwischenräume ordentlich austaxiert wurden), andere sagen, dass sich Flattersatz besser lesen lässt, weil das Auge keine unterschiedlichen Zwischenräume vorgesetzt bekommt.
  • Es gibt nicht wirklich ein Lineal. Das ist deshalb problematisch, weil ihr für jede abweichende Textformatierung ein neues Textfeld einrichten müsst. Wenn ihr also im Lebenslauf erst die Firma in Fett, dann das Zeitfenster in kursiv, dann die Jobbeschreibung stehen habt, richtet ihr für jede einzelne Zeile ein neues Textfeld ein. Was auch okay ist. Aber ihr müsst immer den gleichen Zeilenabstand sowie den gleichen Abstand zwischen den Stationen haben. Hier braucht man ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl. Unter dem Motto: Ach, das merkt doch keiner, wenn das ein bisschen abweicht, wird das nichts. Das menschliche Auge nimmt millimeterfeinste Unterschiede wahr – dein Layout wird unsauber aussehen. Ich habe als Hilfe ein Lineal als Grafik eingefügt und es daneben gelegt. Wenn ihr mit der Ausrichtung zufrieden seid, könnt ihr die einzelnen Elemente, die zusammengehören, gruppieren.
  • Ich hatte es zwei Mal, dass Canva Elemente in der Bearbeitung an einer anderen Stelle anzeigte, als im gespeicherten PDF. Woran das liegt / lag, kann ich leider nicht sagen, daher weiß ich auch nicht, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass dir das auch passiert.

 

Falls du mit Grafikprogrammen (InDesign/PS) vertraut bist, erübrigt sich dieses Thema für dich eventuell. Allerdings empfehle ich als Inspiration trotzdem die CV-Entwürfe anzusehen, denn dort findest du echt knackige Layouts.

Canva – Praktisches Tool und Quelle der Inspiration