Einige meiner Testleser haben mich gefragt, warum ich in dem Bewerbungsunterlagen meine Hobbys aufzähle. Die Frage hat mich zuerst verunsichert, weil ich mir gar nicht so richtig Gedanken darüber gemacht habe und es mir plötzlich albern vorkam. Für kurze Zeit nahm ich sie wirklich aus meiner Bewerbung raus, aber umso mehr ich darüber nachdachte, desto mehr kam ich zu der Erkenntnis, dass sie mir wichtig sind. Deshalb führe ich sie in meinem Fact Sheet auf.

Welche Hobbys sind jobrelevant und erwähnenswert?

In einem früheren Beitrag schrieb ich bereits über Softskills und wie du sie geschickt vermittelst. Über deine Hobbys geht das ebenfalls sehr gut. Spielst du Fußball, dann hältst du dich körperlich fit und kannst vermutlich gut im Team agieren. Engagierst du dich in einer sozialen Einrichtung, zeigt es, dass du hilfsbereit bist und eine soziale Verantwortung übernimmst. Egal, was es ist, es wird etwas über dich aussagen. Sofern du daraus also jobrelevante Eigenschaften ableiten kannst, solltest du es mit aufführen.

Meistens habe ich meine drei wichtigsten Hobbys angegeben: Ukulele spielen, kreatives Schreiben und Literatur. Darin stecken viele jobrelevante Informationen über mich, zum Beispiel dass ich mich auch in meiner Freizeit viel mit Sprache auseinandersetze, dass ich mich gern kreativ ausdrücke und mich vielseitig ausprobiere. Übrigens hat sich hin und wieder im Vorstellungsgespräch ein netter Smalltalk daraus entwickelt, das hat die Atmosphäre schön gelockert.

Wann solltest du ein Hobby nicht erwähnen?

Im Grunde solltest du immer genau überlegen, ob dein Hobby ein positives Licht auf dich wirft. Ein Beispiel: Wenn du dich bei einer Bank bewirbst und du zockst leidenschaftlich gern Computerspiele, solltest du das vielleicht nicht erwähnen. Versteh mich nicht falsch, gegen das Hobby ist nichts einzuwenden, aber du weißt eben nicht, ob dein Gegenüber Vorurteile hat. Es wird sicherlich kein Grund sein, dich nicht einzustellen, aber es könnte seine persönliche Meinung über dich (zumindest unbewusst) negativ beeinflussen.

Was ich zum Beispiel selten aufgeführt habe, ist, dass ich im Gospelchor singe. Meine Sorge war, dass jemand automatisch davon ausgehen könnte, dass ich religiös bin. Das allein ist okay, aber dann kann es passieren, dass Religiosität und Konservativismus stereotypisiert in eine Schublade gesteckt werden. Bei einer Bewerbung bei einem Museumsverbund hat es hingegen wunderbar gepasst, weil ich damit zum Ausdruck bringen konnte, dass ich mich bereits kulturell engagiere.

Vorsicht solltest du auch walten lassen, wenn dein Hobby eine Verletzungsgefahr birgt. Bist du leidenschaftlicher Skifahrer, dann kann es gut passieren, dass du dich dabei verletzt und für längere Zeit ausfällst. Das könnte dir ebenfalls negativ angerechnet werden.

Der Job-Suey Vier-Fragen-Test

Wenn du also nicht weißt, ob du deine Hobbys angeben solltest, beantworte dir einfach folgende Fragen:

  • Bist du überhaupt gewillt, Fremden dein Hobby mitzuteilen. Fühlst du dich dabei wohl?
  • Sagt dein Hobby irgendetwas jobrelevantes über dich aus?
  • Ist dein Hobby in deiner Branche angesehen oder wenigstens nicht verpönt?
  • Lässt sich dein Hobby gefahrlos ausüben?

Solltest du eine oder mehrere Fragen mit nein beantworten, solltest du es lieber nicht auflisten.

 

Gehören Hobbys in die Bewerbungsunterlagen?
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