Softskills habe ich stets mit Handschuhen angefasst, im Gespräch und vor allem im Anschreiben. Sätze wie „Ich bin fleißig, umgänglich und ergebnisorientiert“ sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Da es jeder von sich schreibt, welchen Wert haben diese Worte noch? Ich bin diesem Problem aus dem Weg gegangen, indem ich Softskills durch die Blume ansprach. Zum Beispiel führte ich im Anschreiben hin und wieder ein großes Projekt an, das ich betreuen durfte. Es war so umfangreich, dass sich daran viele meiner Fähigkeiten und Qualitäten beispielhaft erläutern ließen – auch Softskills. Indem ich also schrieb: „In enger Zusammenarbeit mit der Grafikabteilung entwickelte ich Flyer, Broschüren und Pressemappen“, konnte ich aufzeigen, dass ich gut im Team zusammenarbeiten kann. Natürlich sind das auch nur Worte und wie es damals genau ablief, weiß der Leser nicht, aber er kann sich nun zumindest etwas darunter vorstellen.

Softskills personalisieren

Eine andere Möglichkeit Softskills elegant einzubringen, sind Sätze, in denen du beschreibst, was dir wichtig ist. Zum Beispiel: „Da ich großen Wert darauf lege, mein Wissen kontinuierlich zu erweitern, verfolge ich stets die aktuellen Branchennews / habe ich kürzlich eine Fortbildung zum Thema XY besucht / …“. Das sagt viel mehr aus, als die bloße Aussage wissbegierig zu sein, denn es bringt gleich den Beleg. Im Übrigen halte ich die Bereitschaft zur Weiterentwicklung für einen der wichtigsten Softskills, der für fast jede Branche relevant ist. Kein Unternehmen kann es sich heutzutage leisten, Mitarbeiter einzustellen, die sich nicht weiterentwickeln, denn durch Trends, die Digitalisierung und andere Fortschritte verändert sich der Markt rasant.

Indem du zeigst, dass du lernbereit, neugierig und flexibel bist, sagst du aus, dass du auch in 10 Jahren noch up to date bist und effektiv arbeitest. Außerdem rückst du durch diese Aussage als Mensch in den Vordergrund und zeigst ein Stück deiner Persönlichkeit. Das ist wichtig, denn es hilft dem Leser eine Beziehung zu dir aufzubauen. Du bist nicht nur ein Name auf einem Blatt, sondern eine Person mit lobenswerten Eigenschaften, aber auch mit Wünschen und Zielen.

Sei ehrlich zu dir selbst

Softskills sind zudem ein kompliziertes Thema, weil sie dazu verleiten, Aussagen über sich zu treffen, die vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz der Realität entsprechen. Es ist ja so: In seiner Bewerbung möchte jeder glänzen und so entsteht manchmal der Schein, Bewerber sollten alles schreiben, was gut klingt. Das sehe ich anders. Es gibt Millionen Gründe, warum ein Mitarbeiter in einem Unternehmen tolle Arbeit leistet. Er ist vielleicht zuverlässig, dienstbeflissen, stimmungshebend, wissbegierig, hilfsbereit, … – die Liste ist lang. Es gibt genügend positive Aspekte, aus denen man sich bedienen kann, also würde ich auch nur aufführen, was wirklich zutrifft. Drei Eigenschaften, die dich als Mitarbeiter am meisten auszeichnen, reichen völlig.

Bedenke, wenn jemand die ganze Palette an Adjektiven abgrast, wirkt das nicht mehr glaubwürdig. Zwar setzen bestimmte Berufe auch gewisse Softskills voraus, denn ein Callcenter-Agent, der eher von der schweigsamen Sorte ist, hat schlechte Aussichten. Dann ist es aber sowieso fraglich, ob sich die Person nicht einen anderen Beruf suchen sollte. Wenn du selbst nicht genau urteilen kannst, was dich auszeichnet, dann frag dein Umfeld, Kollegen, Freunde, Familie. Du wirst mit der Frage nach deinen Stärken und Schwächen möglicherweise auch im Vorstellungsgespräch konfrontiert, also solltest du dich ohnehin einmal damit auseinandersetzen. Überlege dabei nicht nur, was dich auszeichnet, sondern auch wie sich das äußert. Wenn du es geschickt am Beispiel erläuterst, klingt es weniger nach Eigenlob, sondern mehr nach einer objektiven Beschreibung einer Situation.

Softskills clever zur Sprache bringen

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